Kategorie:Philosophie

aus Encyclopedia Germanica, der freien Wissensdatenbank
Wechseln zu: Navigation, Suche

Philosophie — (griechisch „Weisheitsliebe“) im engeren Sinn die Beschäftigung mit dem Wissen an sich, das Nachdenken über das Denken, die Wissenschaft von der Wissenschaft. Zerfällt in Erkenntnistheorie, Logik, Ethik, Metaphysik, zu denen noch vielfach Ästhetik, Religionsphilosophie und auch Politik sowie Soziologie gezählt werden. Die genaue Abgrenzung dessen, was nun eigentlich Philosophie sein solle, lässt sich schwer allgemeinverbindlich festhalten und ist umstritten.

Erkenntnistheorie — auch Erkenntnislehre oder Noetik genannter Zweig der Philosophie, der den Ursprung, die Möglichkeiten, die Hilfsmittel und die Grenzen des Wissens untersucht; die Wissenschaft von den Bedingungen des Wissens selbst. Mit dem Begriff der Wissenschaftslehre J. G. Fichtes verwandt.

Logik — (griechisch „logos“ Rede, Wort, Lehre, Sinn, Vernunft) die Lehre von den Denkformen und allgemeinen Denkgesetzen, die Wissenschaft von den formalgesetzlichen Beziehungen zwischen den Denkinhalten. Die L. untersucht, unter welchen Bedingungen dem Denken ein Wahrheitscharakter zukommt. Das durch Beobachtung oder Anschauung Erkannte liefert den Inhalt oder Stoff dessen, was durch Denken zu Wissen geformt wird, indem die in den Anschauungen und Beobachtungen enthaltenen und mit ihnen verbundenen Merkmale einzeln herausgehoben und zu Begriffen zusammengefasst werden. Als Elementarlehre befasst sich die L. mit den Grundgebilden des Begriffs, Urteils und Schlusses und als Methodenlehre mit ihrer Zusammensetzung durch Einteilung, Definition, Beweis, Synthese, Analyse, Induktion und Deduktion. Als Teil der Erkenntnistheorie geht sie vom Verhältnis des Denkens zum Sein aus, stellt allgemeine Grundsätze des richtigen Denkens auf und lehrt als formale Wissenschaft die Vermeidung von Widersprüchen mit sich selbst, untersucht das Wesen der Denktätigkeit selbst und befähigt praktisch, Formfehler in Gedankenentwicklungen aufzufinden und zu vermeiden.

Ethik — (griechisch) Sittenlehre, Moralphilosophie; der Zweig der Philosophie, der sich mit dem Menschen als handelnden Wesen beschäftigt (praktische Philosophie) und Grundsätze der Lebensführung aufstellt. Umfasst die Wissenschaft von den sittlichen Werten, Handlungen und Gesinnungen.

Metaphysik — (griechisch „über die Physik hinaus“) nach Aristoteles die Bezeichnung für den Teil der Philosophie, der sich mit den ersten Prinzipien des Seins befasst; beschäftigt sich als Gegenstand mit letzten Gründen der Dinge. Letztlich ist auch der Materialismus eine (wenn auch unbewusste und unvollkommene) Form von Metaphysik, da die Metaphysik bestimmt, was Physik ist.

Ästhetik — (griechisch) die Wissenschaft von der Harmonie in Natur und Kunst, Schönheitslehre, Kunsttheorie, vielfach eine Disziplin der Philosophie.

Religion — (lateinisch „Wiederverbindung“) nach Gustav Mensching die erlebnishafte Begegnung des Menschen mit dem Numinosen und das antwortende Handeln des vom Göttlichen bestimmten Menschen, die lebendige Beziehung des Menschen zur höchsten und allumfassenden Wirklichkeit, das bewusste Verhältnis und tätige Verhalten des Menschen zu der ihm übergeordneten Macht. Zerfällt also in zwei Teile: erstens in das menschliche Begegnungserlebnis mit Gott, und dann zweitens in das antwortende menschliche Verhalten. Historisch kommt Religion in verschiedenen Formen, Strukturtypen, Lebensmitten und in typischen Stadien (Anfangsverbundenheit, Konfessionalismus, Dogmatisierung, Organisation, Reformation und auch Untergang) vor und unterliegt typischen Spannungen (Neuschöpfung und Tradition, Form und Geist, Autorität und Freiheit, Mittelbarkeit und Unmittelbarkeit, Toleranz und Intoleranz), die sämtliche in der Schwierigkeit des endlichen Menschen begründet liegen, die göttliche Unendlichkeit völlig zu erfassen.

Politik — (griechisch „polis“ der Stadtstaat) die Lehre vom Staat, Wissenschaft von den Staatszwecken und der besten Mittelverwendung, die Staatskunst, das auf den Staat gerichtete Handeln, das methodische und zielbewusste Handeln zur Erreichung bestimmter innerstaatlicher und auch auf andere Staaten gerichteter Zwecke, aber auch das staatliche Handeln selbst. Zu unterscheiden ist zwischen Innen-Politik und Außen-Politik.

Soziologie — (lateinisch-griechisch) die Lehre vom Sozialen, die Wissenschaft vom Zusammenleben, die Gesellschaftswissenschaft, die Sozialwissenschaft, auch die Gesellschaftsphilosophie, die Kulturwissenschaft. Wird stets von den zugrunde liegenden allgemeinen Philosophien und Ideologien stark beeinflusst, so lässt sich zu so gut wie für jede Staats- und Gesellschaftstheorie der entsprechende empirische Beleg finden.