Karl der Große

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Karl der Große (franz. Charlemagne, lat. Carolus Magnus ca. 742-814, sein Geburtsjahr ist umstritten) war König des Fränkischen Reiches (768-814, bis 771 zusammen mit seinem Bruder Karloman); er war der Sohn und Nachfolger von Pippin III. dem Kleinen und dessen Frau Bertrada; Kaiser des deutsch(fränkisch)-römischen Reiches (800-814). Karl eroberte die Lombardei (773-774), Sachsen (772-804), Bayern (788), er besiegte die Avaren (791-796) sowie die Slawen (789-812) und errichtete die spanische Mark (795).




Er beanspruchte für sich, der Verteidiger und Ausdehner des christlichen Glaubens zu sein. Auf seinen Erlass hin wurde das römische Gewohnheitsrecht niedergeschrieben und die Verwaltung seines Reiches umfassend umgestaltet. Typisch für das Reich Karls des Grossen war, daß es - germanisch geprägt und in der Zeit des frühen Mittelalters stehend - keine eigentliche Hauptstadt besaß; es gab überhaupt nur wenige Städte in Europa und diese waren meist sehr klein (kaum 1000 Einwohner, meist aber deutlich weniger). Stattdessen besaß Karl ein umfangreiches Netz aus Pfalzen, unter denen sich zwar einige bevorzugte (wie z.B. Aachen) befanden, doch keine, die man als herausragende Hauptstadt hätte bezeichnen können. Während seiner gesamten Herrscherzeit befand sich Karl also weitgehend auf Reisen zwischen den Herrscher-Pfalzen innerhalb seines Reiches. Einen Schatten auf seine Herrschaftszeit warf sein rund dreissigjähriger Krieg gegen die Sachsen, in welchem er sich durch die Hinrichtung tausender Gefangener im Anschluss an eine gewonnene Schlacht und durch die selbst für die damalige Zeit brutale Kriegsführung, den Namen des "Sachsenschlächter" erwarb. Jedoch muss man dieses Vorgehen gerechterweise im Kontext der Bestrebungen Karls sehen, ein einheitliches, vorwiegend germanisch-römisches Reich errichten zu wollen. Auf der Höhe seiner Ausdehnung erstreckte sich sein Reich im Jahre 800 von der Elbe bis zur spanischen Mark und von Mittel-Italien bis zur Nordsee (Dänische Mark). Papst Leo III. krönte Karl - aus Dank für die vorhergegangene Erettung Leos durch Karl - in der Weihnachtsnacht des Jahres 800 in Rom zum Kaiser. Durch diese Krönung zeigte sich die damalige Vormachtsstellung Karls gegenüber Kirche und Papsttum.

Karl der Große starb nach 47-jähriger Herrschaft am 28. Januar 814 in Aachen, wo er in der Pfalzkapelle (Marienkirche) beigesetzt wurde. Nach mehreren Umbestattungen im Laufe der Jahrhunderte, befinden sich seine Gebeine heute im in der Aachener Domschatzkammer ausgetellten, berühmten römischen Proserpina-Sarkophag aus dem 2. Jahrhundert. Nachfolger Karls wurde sein Sohn Ludwig der Fromme.

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