Arthur Schopenhauer

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Arthur Schopenhauer, (geb. in Danzig, 22. Februar 1788 - gest. in Frankfurt a.M., 21. September 1860). Deutscher Philosoph, gilt als der klassische Vertreter des Pessimismus. Das wichtigste Thema seines Denkens ist veröffentlicht in seinem Hauptwerk ‚Die Welt als Wille und Vorstellung‘ (1819).


Leben

Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in der Freien Hansestadt Danzig geboren, verbrachte seine weitere Jugendzeit aber in Hamburg. Seine Eltern waren Heinrich Floris Schopenhauer, ein angesehener Danziger Kaufmann, und Johanna Schopenhauer, eine in Ihrer Zeit erfolgreiche Schriftstellerin, durch welche er auch in Kontakt mit dem von ihm verehrten Johann Wolfgang von Goethe und dessen Farbenlehre kam.

In seinen Hamburger Jugendjahren wurde er anfänglich als Kaufmann ausgebildet, aber nach dem Tod des Vaters im Jahre 1805, entschied er sich für die akademische Laufbahn. Nach einem unvollendeten Studium der Medizin, studierte Schopenhauer die Philosophie, sein besonderes Interesse galt dabei den Werken von Immanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft) und Plato. Seine Dissertation und erste Veröffentlichung "Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde" erschien 1813. Schopenhauers eigentliches und berühmtes Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung" veröffentlichte er Anfang 1819. Es verkaufte sich in den folgenden drei Jahrzehnten nur schlecht, und wurde erst mit Beginn der 1850er Jahre zunehmend bekannter. Dessen ungeachtet veröffentlichte er 1844 hierzu einen zweiten, ergänzenden Band. Sein letztes Werk, eine Sammlung von Abhandlungen und Aphorismen, "Parerga und Paralipomena" (1851), förderte seine Bekanntheit, nicht zuletzt aufgrund der darin enthaltenden, populärer und bewusst eudämonologisch geschriebenen Abhandlung "Aphorismen zur Lebensweisheit".

Ab 1833 lebte Schopenhauer zurückgezogen in Frankfurt am Main, wo er am 9. September 1860 an den Folgen einer Lungenentzündung starb. Schopenhauer gilt als einer der einflussreichsten deutschen und weltweiten Philosophen und hatte enormen Einfluß auf zeitgenössische und spätere Philosophen, Künstler und Politiker, so z.B. Friedrich Nietzsche, Oswald Spengler, Richard Wagner, Adolf Hitler, Wilhelm Busch, Ernst Wiechert.

Philosophie

Schopenhauer verstand sich als einzig wirklicher Fortführer des philosophischen Systems von Immanuel Kant. Er erkannte, dass Kants "Ding an sich", welches er kurz als "Wille" bezeichnete, noch weitergehend bestimmt werden könnte: Als innerstes Wesen und einzige Wurzel des menschlichen und letzlich allen Daseins, als nur sich selbst kennender Trieb zum Leben und zum Dasein, immer wieder aufs neue erscheinend und leidend in endlosen Reihen von vorübergehenden Individuen. Als solches ist der Wille auf ewig angekettet an das Leiden und an den ewigen Wechsel von Geburt und Tod. Hoffnung und letzlich Erlösung aus dieser mißlichen Lage kann nur die beim Menschen sich zur Vernunft steigernde Erkenntnis - die Welt der Vorstellung - geben. Sie ist nach Schopenhauer das alleinige erlösende Prinzip, denn in ihr kann sich das in der Erscheinung des Menschen zum Bewusstsein gekommene Individuum zwar auch immer wieder zur Bejahung des Lebens entscheiden, aber auch - in Gestalt der Heiligen - für die Verneinung des eigenen Willens zum Dasein entscheiden. Diese Erkenntnis ist aber keinesfalls als rationale sondern vielmehr als schauende Erkenntnis zu verstehen. Bestätigung seiner Philosophie findet Schopenhauer vor allem im Bhuddismus, aber auch im Hinduismus und im eigentlichen, dem Entsagungsgedanken zugewandten Christentum. Die jüdische Lehre dagegen lehnte er als monotheistische Lehre ohne Erlösungsgedanken ab, und aus ähnlichen Gründen weitgehend ebenso den Islam. Schopenhauer schaffte mit seiner Philosophie die Grundlage und das System für den philosophischen Pessimismus.

Werke

  • Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde (1813, Dissertation Schopenhauers; zweite, sehr verbesserte Auflage 1847)
  • Ueber das Sehen und die Farben (1816; zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1854)
  • Theoria colorum (1830, lateinische Fassung der überarbeiteten Farbenlehre)
  • Die Welt als Wille und Vorstellung, erster Band (1819; zweite, vermehrte Auflage 1844; dritte, verbesserte und beträchtlich vermehrte Auflage 1859)
  • Ueber den Willen in der Natur (1836; zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1854)
  • Die beiden Grundprobleme der Ethik: Ueber die Freiheit des menschlichen Willens, Ueber das Fundament der Moral (1841; zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1860)
  • Die Welt als Wille und Vorstellung, zweiter Band (1844)
  • Parerga und Paralipomena, zwei Bände (1851, enthalten die Aphorismen zur Lebensweisheit, Ueber die Universitäts-Philosophie, Ueber Schriftstellerei und Stil u. v. a. m.)
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